Zusatzangebote


Ursprung und Geschichte des Kobudo

Yamanni Chinen-Ryu Bojutsu

Yamanni Chinen-ryu Kobujutsu, oder Yamanni Ryu, ist eine traditionelle Waffenkunst aus Okinawa.
Die Hauptwaffe in diesem Stil ist der Roku-Shaku Bo, bzw. der 1,80m lange Bo.
Der Stil wurde als der dynamischste und fatalste der Okinawanischen Waffenstile bezeichnet.
Wahrscheinlich wegen seiner ausgeprägten weiten und fließenden Schläge, die im Gegenteil zu den kurzen und abgehackten Bewegungen anderer Waffenstiele stehen, die ihren Ursprung in Okinawa haben.

Geschichte

Viele der bedeutenden modernen Bojutsu Stile aus Okinawa haben ihre Wurzeln im Yamanni-Ryu, deren Gründer meistens ein wenig mit Yamanni-Ryu Meistern trainierten. Aus diesem Grund teilen sich viele Katas oder zusammengestellte Kampfübungen, der verschiedenen Stile den Namen von Yamanni-Ryu Katas. Und obwohl ihre Abläufe ähnlich sind, unterscheiden sich ihre spezifischen Techniken und die Körperbewegungen, welche offensichtlich weniger Komplex sind. Anders als die anderen modernen Kobudo-Stile, welche aufgrund erfolgreicher Anstrengung bekannt wurden, blieb Yamanni-Ryu relativ geheim und beschützt. Doch seit geraumer Zeit, durch die Anstrengungen vom derzeitigen Großmeister Chogi Kishaba und seinem Meisterschüler , Toshihiro Oshiro, hat der Stil weit reichende Anerkennung in der Welt erhalten.
In der letzten Zeit haben andere traditionelle okinawanische Waffen, wie die Sai, Tonfa, Kama und Nunchaku Einzug in den Stil bekommen. Die Art und Weise diese Waffen zu benutzen, ist sehr ähnlich zu der des Bos. Die Techiken sollen immer groß und fließend sein.

Die Wurzeln

Yamanni Chinen-Ryu hat seinen Namen von der Chinen Familie, die eine adelige Familie auf den Ryukyu Inseln war. Laut vielen Historikern, brachte der legendäre Kampfkünstler „To-de“ Sakugawa irgendwann im späten 1700 Jahrhundert eine Stockkampfkunst von China nach Okinawa.
Die Chinen Familie, welche mit der Sicherheit der Ryukyu Adeligen vertraut war, nahm und entwickelte diese Kunst über einige Generationen weiter. Aus diesem Grunde, ist dieser Bojutsu Stil keine Entwicklung der Bauern. Wie viele Kampfkünste aus dieser Zeit, wurden die Techniken nur in der Familie weiter gegeben. Die Legende besagt, dass der Großmeister des Stiles, Sanda Chinen, eines Tages von einem springendem Bo träumte. Das gab ihm die Eingebung, Bo-Schwünge, die sehr schnell wieder zu Kamae zurückkehren oder in einer schnellen Serie von Schlägen fortfahren zu entwickeln, für die Yamanni-Ryu heutzutage so bekannt ist.
Sensei Kishaba trainierte unter Sanda Chinens Enkel Masami Chinen. Seine Meisterschüler die er in den 70er Jahren privat unterrichtete waren unter anderen Toshihiro Oshiro und Shinzato Katsuhiko. 1992 eröffnete Sensei Kishaba ein kleines Dojo in Naha, um dort das erste Mal eine kleine Anzahl an Schülern zu unterrichten. In den USA, als beauftragter außerhalb Japans, ist Sensei Oshiro unter der Leitung von Sensei Kishaba, der verantwortliche die Kampfkunst in der Welt zu verbreiten. Zusätzlich zum der Leitung eines erfolgreichen Dojos in der Nähe von San Francisco, profitieren Schüler aller Stile von seinem Wissen und seiner Erfahrung, indem er viele Vorführungen und Seminare in den USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Panama und anderen Ländern leitet. Sensei Oshiro veröffentlichte auch ein Yamanni-Ryu Video, welches bei Tsunami Video erhältlich ist (bis jetzt leider nur in den USA).

 

Katas

Katas die im Yamanni-Ryu Stil geübt werden sind folgende:

Bojutsu                                                            Traditionelle Katas des Bojutsu

Donyukon ichi                                                 Shuji no kun
Donyukon ni                                                    Sakugawa no kun
Choun no kun sho                                           Shirataru no kun
Choun no kun dai                                            Tomari Shirataru no kun
Ryubi no kun                                                   Yunigawa / Yonegawa no kun / Hidari bo
Shinakachi / Sunakake
Chikin bo / Tsuken bo


Tonfa                                                               Sai

Chikin Tunqua Ichi                                          Shimabokuru Ichi
Chikin Tunqua Ni                                            Shimabokuru Ni
Kyan no Sai
Nakan Dakari no Sai
Kishaba no Sai

Text von Martin Nobida (übersetzt von Holger Heimbach- Szaj)